Social Icons

twitterfacebookgoogle pluslinkedinrss feedemail

Samstag, 11. Juni 2011

Nachgefragt ... bei Violent Vision

"Nachgefragt ..." ist eine neue Sparte in diesem Musikblog. In unregelmäßigen Abständen wird Darklands 10 Fragen an Musiker oder Bands richten, auf die es dann hoffentlich einige für euch interessante Antworten geben wird. Diesmal stehen die 3 Jungs von Violent Vision, deren Song Day by Day einen festen Platz unter meinen Lieblingssongs besitzen, Rede und Antwort:

1) Könnt Ihr euch bitte kurz vorstellen? 
A.G.: Andre Grote geb. 1968 in Hamburg, selbständig in der Immobilienwirtschaft, verheiratet, 2 Söhne, wohnt zur Zeit in Buxtehude bei Hamburg.
A.J.: Dietmar Jung, geboren 1971 in der schönen Stadt Hamburg, kaufmännischer Angestellter, verheiratet….und Kinder gibt es auch.
O.T.: Ole Teichmann, Jahrgang 1969 in Lüneburg geb., kaufmännischer Angestellter, ledig-

2) Ich verbinde mit dem Namen Violent Vision sofort euren  genialen Song Day by Day. Inwieweit hat dieser Song heute noch eine besondere Bedeutung für Dich / Euch? 
A.G.: Als wir Day by Day seinerzeit im Studio aufgenommen haben, haben wir uns glücklicherweise an die Demo Version gehalten. Klar wurden Sounds ausgetauscht, aber das zu transportierende Gefühl wurde 1 zu 1 übernommen. Ganz entgegen der anderen Stücke auf unserem Album Electro Pop wo uns die Plattenfirma wirklich in fast jeden Song "reingefuscht" hat. "Crane" ist auch noch im Grunde so geblieben. Ja richtig, Du hörst ein wenig "Enttäuschung" in unseren Worten.
Aber das ist Vergangenheit und wir sehen jetzt nach vorne. In eine Zukunft in der wir uns nicht aus kommerziellen Gedanken lenken lassen müssen, da kein Label im Hintergrund steht sondern uns künstlerisch frei entfalten können. "Plastic" ist dabei auch schon eine Weiterentwicklung von Songs an denen wir bereits seit über einem Jahr arbeiten.
Nochmal zum Thema: Es wird demnächst wieder einen Titel geben der in die Richtung Day by Day gehen wird, klar nicht genau so, man sollte sich auch nicht selber kopieren, das klappt meistens nicht. Day by Day ist auch für uns nach wie vor ein Track der unvergänglich ist. Es ist schön einen Song geschrieben zu haben der auch andere Menschen bewegt. Die Verbindung zwischen elektronischer Musik mit klassischen Instrumenten ist auch unser Thema, bereits im nächsten Titel "Black Glow" wurde hier wieder kombiniert.


3) Ihr habt gerade mit Plastic eine neue Single veröffentlicht. Wann kann man mit einem kompletten Album rechnen? 
A.G.: Wir stellen uns wöchentlich die Frage ob es derzeit in unserer Situation Sinn macht ein physikalisches Album herauszubringen. Zum einen sind natürlich die Kosten zu benennen, zum anderen die stark begrenzte Nachfrage. Das Verhalten des Konsumenten hat sich doch komplett in die digitale Welt verlagert und hier wir das runtergeladen was gemocht wird - ob Album oder nicht. Vielmehr stellen sich die Hörer Ihre eigenen "Playlisten" zusammen. Daher überlegen wir ernsthaft, ob wir nicht einfach nach jeder Fertigstellung eines Songs diesen veröffentlichen. So würde es vielleicht alle 2-3 Monate einfach einen neuen Titel geben. Vielleicht fasst man dann je nach Nachfrage anschließend die besten Titel noch mal als Album zusammen. Aber ehrlich, wir wissen es heute noch nicht.

4) Wo seht ihr die wesentlichen Unterschiede zwischen euren alten und euren neuen Songs? 
A.G.: Wie bereits eingangs erwähnt, wird der Hörer jetzt "violent vision" hören und nicht MentalDecayRecords oder wen auch immer. Es werden wieder melancholische, düstere, tanzbare und traurige Lieder entstehen, je nach dem wo es unsere Gefühle gerade hinträgt. Das heißt nichts anderes, als dass die Songs wieder authentischer werden und sicherlich nicht gleichförmig oder vorhersehbar. Bei uns könnte der nächste Song eine EBM beeinflusste Nummer werden, oder klassische Instrumente einbinden oder ein Day by Day entstehen.

D.J.: Als ich 1992 zu der Gruppe dazu gestoßen bin, gab es die Grundkonstrukte der meisten Lieder, die dann auf dem Longplayer erschienen sind. Ich habe selbst sehr viel Elektro gehört, zumal mein alter Klassenkamerad Björn Petersen (Fortification 55) mich zu diversen Partys und auch Festivals mitgeschleppt hat, aber es gab für mich nicht nur die Elektromusik, sondern auch noch den Gitarrenrock ala Ärzte, Hosen, New Model Army. Damals war es schwer, den Jungs klarzumachen, dass man beides auch mischen kann von den Stilen her. Jetzt, bei den neuen Liedern, habe ich nun endlich die Möglichkeit, entsprechende Impuls und Anregungen zu geben, was ´´soundmäßig´´ vielleicht geändert werden könnte…wo es vielleicht Sinn macht, ein elektronische Basedrum gegen eine natürlich, rockige Basedrum auszutauschen.
Es ist immer wieder sehr sehr spannend zu sehen, wie sich die Lieder nun entwickeln, wenn verschiedene Musikgeschmäcker in die Entstehung eines Liedes einfließen, ohne dass im Hintergrund eine Plattenfirma ist, die diese Entwicklung beeinflusst und dazwischengrätscht.

5) Wie man liest werdet ihr zur neuen Single Plastic auch ein Video veröffentlichen. Verratet ihr etwas mehr darüber? 
A.G.: ... ist seit dem 6. Juni auf youtube!



6) Wie ist es derzeit um die Hamburger Indie-Musikszene bestellt? 
O.T.: Allgemein gesprochen ist der Markt total übersättigt, weil es technisch gesehen einfacher geworden ist, Musik zu machen, gerade was den elektronischen Bereich angeht

7) Welche Band aus Hamburg sollten die Leser von Darklands unbedingt mal live gehört haben und warum?
O.T.:  Oh, selbstverständlich Violent Vision :-) Ansonsten fällt mir spontan VNV Nation ein… 

8)      Wie sieht es bei euch mit Live-Gigs aus? 
A.G.: Gerne, wir würden uns über entsprechende Anfragen freuen, allerdings vielleicht erstmal auf Festivals um doch schon ein paar Leute vor der Bühne zu haben. Letztendlich stellen wir uns wieder größtenteils einem neuen Publikum die unsere ersten Werke nicht wirklich kennen. Daher wäre eine Festival Geschichte durchaus denkbar.

9)   Wie seht ihr den Wert des Internets, um eure Musik einer größeren Öffentlichkeit näherzubringen und würdet ihr dazu auch eure Musik verschenken, wie es viele andere Bands tun? 
A.G.: Vielleicht denken wir da noch zu konservativ, verschenken… ich weiß nicht. Leute, jeder Song muss gemischt und gemasterd werden, damit Ihr keine Ohrenschmerzen oder Schlimmeres bekommt und das gibt es nicht kostenlos. Unsere Zeit wollen wir nicht in Rechnung stellen, weil die Musik unser aller Inhalt ist. Vielleicht mal in Verbindung mit einer speziellen Aktion oder ähnlichem aber einfach so verschenken? Das macht für uns nicht wirklich Sinn. Die Preise im digitalen Bereich sind nun wirklich keine Barriere und leben kann von diesen Einnahmen auch kein Künstler mehr.

10)  Was gefällt Dir an radio-shadowplay und an Darklands besonders gut?
A.G.: Natürlich die Möglichkeit Bands die am Mainstream vorbeispielen eine Plattform zu geben. Es interessiert auch erstaunlich viele Leute. Daher ist es unverzichtbar. Wir sind daher auch sehr dankbar bereits im letzten Jahr schon wieder über radio-shadowplay entsprechende Unterstützung bekommen zu haben. Es verwundert uns sehr, dass die großen Sender, dass nicht begreifen dass hier draußen viele Menschen sind, die nicht jeden Tag denselben "Einheitsbrei" hören wollen. Das Leben ist viel zu facettenreich  und daher finden wir Plattformen wie Darklands einfach wichtig. 

Auch hier wird Zeit in eine Ideologie investiert, ohne einen kommerziellen Hintergrund zu verfolgen. Hier stellt jemand in seiner Freizeit Material zusammen und präsentiert es seinem Publikum…hey das ist ja wie bei uns!

Link "Webseiten von Violent Vision"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

DECLARATION

IF YOU OWN THE RIGHTS TO ANY OF THE MATERIAL POSTED HERE AND WOULD LIKE IT REMOVED, EMAIL ME AND I WILL TAKE IT DOWN.

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...