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Sonntag, 23. Januar 2011

I Like Trains - 90 Minuten emotionaler Tiefgang

Nachdem ich I Like Trains, damals noch unter dem Namen iLiKETRAiNS, 2009 als Vorgruppe der Sisters of Mercy live erleben durfte, war es keine Frage, daß ich die nächste Gelegenheit ergreifen würde, wieder ein Konzert der Jungs aus Leeds / England zu besuchen.

Die nächste Gelegenheit ergab sich am 19.01.2011 und zwei Freunde waren schnell überzeugt mich zu begleiten. So kam ich zu meinem ersten Konzert im Gebäude 9, welches sich als Gebäudeteil eines ehemaligen Fabrikkomplexes herausstellte. Der Konzersaal war äußerst schlicht gehalten und man sah ihm seine ursprüngliche Bestimmung noch deutlich an. Eigentlich die besten Vorraussetzungen, um sich voll und ganz auf das Wesentliche - nämlich die Musik - konzentrieren zu können.

Als Vorgruppe durfen wir den Klängen der Delay Trees lauschen. Auf die Finnen war ich besonders gespannt, waren sie doch schon mit ihrem Song About Brothers in den Gipfelstürmer-Charts vertreten. Gleich zu Beginn versetzte uns der Sänger in Erstaunen, als wir eine Ansage in akzentfreiem Deutsch zu hören glaubten. Musikalisch war der Set in Ordnung, jedoch waren wir uns über zwei Dinge schnell einig. Erstens: Für unserem Geschmack passte die Musik der Band nicht optimal mit der Stimme des Sängers zusammen (oder umgekehrt). Zweitens: Es fehlte den Songs der letzte Kick, das gewisse Etwas, was den Funken zum Überspringen bringt. Irgendwie hörten die Lieder immer dann auf, wenn man gerade dachte, daß es jetzt gleich soweit sei.

Wenn man aber bedenkt, daß die Jungs gerade ihr erstes Album veröffentlicht haben (welches ich übrigens einem I Like Trains Tour-Shirt als Konzertsouvenir vorgezogen habe), dann war ihr Auftritt vollkommen in Ordnung und hat Spaß gemacht. Außerdem kann nicht jeder gleich zu Beginn seiner musikalischen Laufbahn die Meßlatte so hoch hängen, wie es die Jungs von I Like Trains gemacht haben. Was nämlich dem gut 40 Minuten Delay Trees Delay Trees folgte waren 90 Minuten musikalischer Hochgenuß. Herrlichen Melodien wechselten sich mit meterdicken Gitarrensoundwänden ab und erzeugten bei mir - unterstützt durch die einzigartige dunkle Stimme von Sänger David Martin, welche den Texten auf wunderbare Weise Leben einzuhauchen vermag - Gänshaut pur. Teilweise habe ich nur noch die Augen geschlossen und mich von der Musik treiben lassen. Ich kann euch sagen: es war phantastisch!

Die Engländer spielten Songs aus der EP Progress Reform und den beiden bisherigen Alben Elegies to lessons learnt und He who say the deep. Auch wenn die Stücke des aktuellen Albums sich durchaus harmonisch in die Setliste integrierten, so waren die Höhepunkte doch die alten Stücke. Mein Favorit Terra Nova kam gleich als zweiter Song und genau wie bei meinem ersten I Like Trains-Konzert bildete das sagenhafte, morbide Spencer Perceval als Zugabe das Ende des Konzertes. Nach diesem Song verließ die Band die Bühne und ließ ihre Fans in schwabbernden Feedback-Loops zurück. Um denen, die nicht dabei waren, die Gelegenheit zu geben, sich zumindest ansatzweise vorstellen zu können, welche Wirkung der Song hat, ist er als Video beigefügt.



Ein großes Konzert war zuende gegangen und ich glaube jeder der vielleicht knapp 300 Zuhörer verließ mit einem guten Gefühl den nicht ganz ausverkauften Konzertsaal. Ich bin froh, daß die neue Platte - weil eingängiger als die Vorgänger - nicht wie von mir befürchtet, dazu geführt hat, daß I Like Trains nur noch in großen Hallen spielt ... und ich glaube fast, die Band ist es insgehein auch.

Link "I like trains bei MySpace"

Link "Delay Trees bei MySpace"

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