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Donnerstag, 23. Dezember 2010

No More - Musikalische Helden meiner Jugendzeit

Etwas sehr Schönes - nein etwas ganz Besonderes ... und auch etwas, was mich als wirklichen Musikliebhaber durch und durch immer noch ein wenig ehrfürchtig erstarren läßt und dabei doch unheimlich stolz macht, ist es, wenn man von den Bands angesprochen wird, die man als Jugendlicher sehr verehrt hat.

Die oben beschriebene Situation habe ich bisher zweimal erlebt: Im letzten Jahr, als ich von Violent Vision kontaktiert wurde und vor drei Wochen, als mich No More anschrieben.
No More? Die "No More" ? Ja genau die, welche Anfang der 80er Jahre den bis heute in keinem gut sortierten DJ-Set fehlenden New Wave Klassiker Suicide Commando veröffentlicht haben. Oh, was habe ich darauf getanzt! Den Blick vor mir auf den Boden gesenkt ... zwei Schritte vor und zwei Schritte zurück ... getragen von der Musik, die als Synonym für das steht, was mich an dieser Stilrichtung so fasziniert: Kühle Klänge - zwischen Monotonie und Melodie, auf jeden Fall mit Melancholie - vorgetragen von schwarz gekleideten Musikern, welche ihre Kleidung und deren Farbe nicht als Mode sondern als Lebenseinstellung empfinden.

Die Biographie der ersten Jahre von No More spiegelt das Lebensgefühl eines Teils einer Generation wieder, die nicht einmal 10 Jahre älter als meine ist. Es begann alles in Kiel im Sommer 1979. Frustriert und gelangweilt von ihrer Schülerband formieren Andy Schwarz, Tina Sanudakura und Christian Darc No More. Sie rekrutieren Thomas Welz als Bassisten, einen Schulfreund, der bis dahin noch kein Instrument gespielt hat. Anfang 1980 sind No More fester und wichtiger Bestandteil der Kieler Szene, sind auf dem ersten Kieler Kassetten-Sampler KEIN KIEL vertreten, produzieren und vertreiben ihre ersten Kassettenveröffentlichungen und spielen ihren ersten Auftritt vor einem grösseren Publikum auf einem Nachwuchsfestival.

No More nehmen ihre EP Too Late in einer kleinen Waschküche neben ihrem Probenraum auf. Aufgrund einer absichtlich kaputt gemachten Teac 4-Spur wird der Sound von der Presse als archaisch bezeichnet. wie sich die Zeiten ändern ... .Ein gutes Jahr später reduzierte sich Quartett zum Trio, welches noch zweimal die Besetzung auf der Position des Bassisten wechselte, ehe man sich Ende 1986 entschloss sich zu trennen. Bis dahin zeichnete die Musik von No More sich dadurch aus, sich nicht nur auf Genre-üblichen musikalischen Pfaden zu bewegen, sondern stets offen für neue Einflüsse zu sein. So arbeitete man beispielsweise sogar orientalische Elemente in die Songs ein. Daher verwundert es auch gar nicht, wenn die Musik, welche Andy Schwarz und Tina Sanudakura nach der Auflösung von No More mit ihrem Projekt Nijinsky machten, sich stilistisch zwischen Chanson, Walzer und Tango bewegt.

Zwanzig Jahre nach der Trennung reanimierten Andy Schwarz und Tina Sanudakura die Band No More und veröffentlichten 2006 mit Remake/Remodel ein neues Album. Seit 2008 gibt es No More auch wieder live zu genießen. Dabei feiert das Duo erfolgreiche Konzerte auf Bühnen in zahlreichen europäischen Metropolen wie zu Beispiel in Warschau, Kopenhagen, Athen, Stockholm, Mailand, Rom, Rotterdam, Hamburg, München, Berlin und Paris. Anfang 2010 erschien dann das aktuelle Album, welches den Namen Midnight People and Lo-Life Stars trägt. Stilistisch ist das Album.meiner Meinung nach diesmal in den Bereich Indie-Rock einzuordnen. Mir kam beim Hören des öfteren das letztjährige Album von Philip Boa in den Sinn. Keine schlechte Assoziation wie ich finde.

Wer heute ein No More Konzert besucht, der kann Einiges erwarten. Aufgrund ihrer unheimlich großen Musiker- und Bühnenerfahrung ist die Band in der Lage immer wieder für Überraschungen zu sorgen. Mal verwenden sie traditionelle Songstrukturen, dann wieder loopen sie sich durch Songs oder spielen live extravagante Coverversionen von Velvet Undergrounds Waiting For The Man und den New Wave Klassiker "Hands In The Dark". Dann wieder verwandeln sie alte Songs in Noise-Disco Knaller und bringen aktuelle Songs mit Minimal-Electronica auf den Punkt. No More selber äußert sich dazu wie folgt: "Wir nehmen Songs aus jeder No More Phase, sowie neue Songs und drehen sie dann gemeinsam durch den Zeitwolf. Und heraus kommt großartiger rhythmischer Lärm, Pop halt." Wem das nicht Grund genug ist bei nächster Gelegenheit ein No More Konzert zu besuchen, dem kann ich auch nicht helfen.

Wer sich noch mehr über die Band informieren möchte, der kann dies über die u.a. Links tun. Zudem gibt es einen kostenlosen Song von No More, der auf einem in diesem Jahr veröffentlichten Sampler aus Peru enthalten ist.

Free mp3-Download "In a white room"

Link "No More bei MySpace"

Link "Offizielle Webseite von No More"

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