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Sonntag, 21. März 2010

Cecilia::Eyes - Eine Band, die etwas zu sagen hat!

Ich hatte es kaum erwarten können in den letzten Wochen und ich wurde nicht entäuscht. Die Rede ist von Here dead we lie, dem neuen Album von Cecilia::Eyes. ... zwar ist es anders als ich mir vorgestellt hatte - aber bestimmt nicht schlechter!
Doch der Reihe nach: Cecilia::Eyes ist eine bereits 2004 gegründete Formation, welche aus Morlanwez im Südwesten der Wallonie/Belgien stammt. Die Besetzung des Quintetts besteht aus 3 Gitarren, Drums/Keybords und Bass. Die Tatsache, daß sie ihren Toningenieur als sechstes Bandmitglied aufführen unterstreicht, welchen großen Wert die Belgier auf einen optimimales Sound legen. Dies spiegelt sich in Ihren Veröffentlichungen wieder.
Bisher haben Cecilia::Eyes mit Echoes From The Attic eine EP (2005) und mit Mountain Tops Are Sometimes Closer To The Moon ein Album (2007) herausgebracht. Die Musik, die man darauf findet kann man als Post-Rock mit Shoegaze-Anleihen bezeichnen. Als musikalische Seelenverwandte können Bands wie Mogwai oder Godspeed You! Black Emperor betrachtet werden. Darüber hinaus gibt die Band an, durch so renomierte Shoegazer wie My Bloody Valentine, Slowdive oder den Pale Saints in ihrem Schaffen beeinfllußt zu sein.
Nun liegt mit Here dead we lie das zweite Album vor mir. Es besticht - wie schon sein Vorgänger - durch sein Artwork, welches hier noch ein wenig aufwendiger daherkommt. So ist das Album in einer ansprechenden Box verpackt, die neben dem Album anstatt eines Booklets mehrere "postkartenartige" Einlagen enthält. Diese zeigen auf der Vordersete Fotografien in blassen, zurückgenommenen Farbtönen, während auf den Rückseiten meistens die üblichen Informationen zum Album stehen.

Nun zum Album
selber: Here dead we lie ist ein reines Konzeptalbum. Zentrales Thema ist der Krieg und seine Folgen. Schon aus diesem Grund ist es keine leichte Kost, die hier geboten wird. Das Album will erabeitet werden. EIn Hördurchgang reicht sicher nicht aus, um dem der Musik gerecht zu werden.Kann man bei Like Wolves nur vermuten, wo die Reise hingeht, so wird im Folgenden schnell deutlich, daß sich hier sehr intensiv mit den verschiedenen Facetten des Krieges und seiner Begleiterscheinungen auseinandergesetzt wird.
So scheinen bei
For the Fallen, dem zweiten Titel, welcher mit einem Sample von Kinderstimmen eingeleitet wird, immer dichter werdende, schwere Gitarrenwände zu mahnen oder gar anzuklagen. Vielleicht, daß die Kinder, die Jugend in erster Linie die Leidtragenden eines Krieges sind? Nun, dies ist meine ganz persönliche Auslegung. Sicher ist bei rein instrumentaler Musik eine Interpretation sehr schwierig und jeder hört etwas anderes heraus. Aber das macht die Musik und auch gerade Here dead we lie so spannend. Es führt dazu, sich Gedanken über die Thematik zu machen. So kann es auch sein, daß man Dinge zu deuten versucht, bei denen sich Cecilia::Eyes vielleicht gar nichts oder nicht viel gedacht haben. Doch die Gedanken sind frei und jeder kann das Album für sich persönlich entdecken.
Bei Anthem for doomed Youth rezitiert eine Stimme - untermalt von einer düsteren Soundcollage - eine von WIfried Owen 1917 verfasste Hymne für eine Generation, deren unbeschwerte Jugend durch den ersten Weltkrieg ausgelöscht wurde. Das Stück endet durch die ebenfalls gesprochene Definition der Kunst des Krieges mit einem krassen Kontrapunkt.Bei Four lost Soldiers erzählen die Gitarren, unterstützt von einem sehr präsenten Schlagzeug, eine traurige Geschichte.

Dann erweisen sich Cecilia::Eyes bei The Departure und Fifty years under the Tent als Meister der leisen, aber nicht minder intensiven Töne. So wird The Departure von einer wunderschönen melancholischen Pianomelodie getragen. Trotz einer gewissen Traurigkeit, die dem Stück anhaftet, stelle ich mir beim Hören immer wieder die Frage, ob nicht auch eine positive Stimmung herauszuhören und ob das Wort Depature aufgrund dessen im postiven Sinne als Aufbruch zu übersetzen ist.
Mit einer Dauer von über 10 Minuten ist Fifty years under the Tent vielleicht als zentrales Element von Dead here we lie zu sehen. Wahrscheinlich ist hier die Auswirkung der Kriege auf das Leben der Menschen danach das Thema. Es soll vielleicht darauf hindeuten, daß in unserer heutigen Zeit noch viele Konflikte, die ihren Ursprung weit in der Vergangenheit haben, ungelöst sind. Dabei klagt die Musik nicht an, hebt nicht den Zeigefinger, sondern stellt nur fest.
Im Gegensatz dazu vermitteln dicke, bedrohliche Gitarrenwände bei No Prayers, No Bells, No Homeland ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit.
Den Abschluss bildet mit Death for Treasure ein Stück, welches ich aufgund seiner Dramatik als das Intensivste des Albums empfinde. Der Titel beginnt mit einer melancholischer Pinomelodie bis etwa bei der Hälfte des Stückes die übrigen Instrumente zunehmend die Oberhand gewinnen. Der Sound wird dichter, die Lautstärke schwillt an und ein Gefühl von Aufbäumen gegen das Ausweglose entsteht. Dann setzt Stille ein - so als würde sie in Form von lautlosen Tönen zum Stück gehören. Fast 50 Sekunden lang, wo alles erloschen scheint, was vorher noch so präsent war. Intensiität pur ... bis eine Stimme mit der Information, an welchem Ort die Aufnahmen zu diesem Stück oder gar dem ganzen Album entstanden sind, uns erlöst und in die Realität zurückholt.
Cecillia:Eyes entfernen sich mit diesem Konzeptalbum von ihren Shoegazeanleihen und liefern mit ein Werk ab, welches Maßstäbe setzt. Diese Band hat hat etwas zu sagen und das tut sie mit Here dead we lie auch - aber ohne nur plump den Zeigefinger zu erheben. Selten hat rein instrumentale Musik für mich eine derartige Botschaft transportieren können, wie es das neue Album von Cecilia::Eyes tut. Selten bin ich von neuzeitiger Musik so berührt worden, daß ich meinte zu spüren, welche Bedeutung hinter jeder einzelnen Note steckt. Dieses Album ist der perfekte Soundtrack für das eigene Kopfkino.
Here dead we lie ist sicher kein fröhliches Album. Es ist kein Album, welches man aus dem Regal holt, um es zu hören, wenn man sich für die Party ferigmacht. Es ist vielmehr wie ein Buch, das man bei einem guten Glas Rotwein liest ... genießt ... und jeder wird etwas anderes darin herauslesen, denn die Musik läßt den Gedanken - mehr noch aks das gesprochene Wort - freien Lauf.

Ich
kann nur empfehlen, Eure Musiksammlung um dieses Album zu erweitern, damit Ihr selbst erleben könnt, was es mit Euch macht und was ich hier nur ansatzweise versuchen konnte zu beschreiben.

Link "Cecilia::Eyes bei MySpace"

Link "Webseite von Cecilia Eyes"

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